Pflegen, konservieren, warten, reparieren, restaurieren - steht vor Neukauf. Dann kann man von Nachhaltigkeit sprechen.

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Sicher blitzt bei vielen Lesern dieser ersten beiden Zeilen sofort die Kritik auf, dass das doch unserer "Wirtschaft" und unserem Wohlstand (welchen?) schaden würde. Wenn dem so ist, glauben Sie weiter daran. Tatsache ist, dass ein wirkliches Wirtschaftssystem auch anders funktioniert - trotz echter Nachhaltigkeit und Naturerhalt.

Hier soll es aber nicht um Politik gehen,
sondern um den Erhalt von Fahrzeugen.

Einerseits wächst die Anzahl von Menschen, die ihr Fahrzeug langfristig erhalten wollen oder müssen. Andererseits gibt es auch zunehmend Menschen, die den Wunsch haben, ihr Fahrzeug auf Elektroantrieb umzurüsten. Das geht bei älteren Fahrzeugen einfacher und kostengünstiger, als bei neueren Modellen, weshalb es natürlich wichtig ist, das umgebaute Fahrzeug so lange "am Leben" zu erhalten, dass sich die Umrüstung auch wirtschaftlich lohnt.

Außerdem: Ein Fahrzeug 30 Jahre und länger zu erhalten und auch zu fahren, vermeidet mindestens vier Fahrzeuge, die neu gebaut werden müssen und damit viermal Ressourcen- und Energieverschwendung. Das ist echter Umweltschutz.
Jahr für Jahr landen tausende Fahrzeuge vorzeitig in der Schrottpresse oder in Afrka. Oft nur aus Schusseligkeit, Vergesslichkeit oder auch nur Ahnungslosigkeit ihrer Fahrzeugbesitzer.  Ob Motorschaden wegen zu wenig Öl im Schmiermittelkreislauf oder wegen gerissenem  Zahnriemen/ Steuerriemen (die wenigsten Motoren sind Freiläufer). Ein Austauschmotor lohnt sich meist nur für Selbermacher - als Werkstattauftrag wäre es oft viel teurer, als ein Ersatzgebrauchtwagen. Ein Motorschaden ist also oft das vorzeitige und fast immer vom Autobesitzer selbst verschuldete Ende eines Fahrzeugs. (vom Abwrackprämienwahnsinn und Dieselbetrug will ich gar nicht erst anfangen.)
Dass jedes Fahrzeug auch eine bestimmte Wartung braucht, was aus dem Wartungsplan des Fahrzeugs ersichtlich ist, ist glaube ich klar. Darum geht es hier auch nicht.
Schrottplatz: Noch zum Ausschlachten für günstige Ersatzteile - aber nicht mehr lange.
Schrottplatz: Gepresste Reste gehen in den Schmelzofen.
Fotos: Pixabay.com  und eigene
Die rotbraune Pest, der Rost,

ist allerdings die häufigste Ursache, die ein "Autoleben" ganz erheblich verkürzt. Obwohl das nicht sein müsste, wenn man weiß, was man dagegen unternehmen kann. Denn: Durchrostungen an Schwellern, Unterboden, Radläufen, Rahmen (sofern noch vorhanden - meist sehr alte Autokonstruktionen) oder an den Fensterrahmen von Front- oder Heckscheiben, sind immer sehr teure Reparaturen, die meist den Zeitwert des Gebrauchtwagens übersteigen.

Aus diesem Grund bin ich nun, im Februar 2020, im 7. Jahr eines Langzeittestes von Schutzmaßnahmen gegen die rotbraune Pest. Auf herstellerseitige Rostvorsorge verlasse ich mich nicht mehr.
Wenn man die Autos der 60er, 70er, 80er, 90er und 2000er Jahre gefahren hat, darf man sicher auch vergleichen und beurteilen, was gut und was schlecht gelaufen ist in der Fahrzeugentwicklung. Zumindest, wenn man auch immer wieder selbst Hand angelegt hat und diverse Dinge einfach selbst erledigt. Damit ist nicht gemeint, die "Kiste" alle 14 Tage zu waschen und polieren. Sondern vom Ölwechsel, Bremsbeläge, -scheiben, -trommeln, Handbrems-, Kupplungsseil, Anlasser, Lichtmaschinen, Auspuff usw. tauschen bis hin zum Zahnriemenwechsel beim einfachen Motor (Freiläufer) kann und konnte man viel - auch ohne Hebebühne - selber machen.

Mit Beginn der 90er  Jahre - abhängig von der Fahrzeugklasse - sind die Kisten dermaßen verbaut, unzugänglich und verkompliziert, dass man oft sogar so eine einfache Arbeit, wie einen Anlasserwechsel, nicht mehr ohne Hebebühne hinbekommt, weil man keine ausziehbaren Gummiarme und -finger hat. Ganz abgesehen von dem ganzen Plastikmüll, den man erst abschrauben muss, um überhaupt noch an die Motoranbauteile ranzukommen.
VW Käfer. Er läuft und läuft und läuft. Auch nach 60 oder 70 Jahren. Vorausgesetzt, man hat die rotbraune Pest aufgehalten. Das wird es bei heutigen Autos nicht mehr geben.
Unbestreitbar hat es einige Verbesserungen gegeben, die sinnvoll und wichtig sind. Wie verbesserte Knautschzonen, Seitenaufprallschutz, elektronische Zündung, elektrische Einspritzung.

Die ganzen elektrischen Helferlein für jeden Furz, überflüssige Klimaanlagen in Kleinstwagen, die ohnehin nur auf Kurzstrecken eingesetzt werden und somit sinnlos sind. Onscreen- und Touchscreenmist für Infotainment usw. oder die ganzen Assistenzsysteme (damit auch unfähige Deppen noch fahren können, die besser Taxi, Bus oder Bahn nehmen sollten) mit denen die Grenzen der Physik auch nicht zu überlisten sind, aber die Abfluggeschwindikeit in die Leitplanken oder Bäume und die Folgeschäden umso höher sind usw. (wozu das die Vorstufen sind inkl. der unsäglichen autonomen Autos, ist klar - dazu will ich hier aber nicht mehr sagen, weil man sonst schon wieder in der Politik ist)

Auf jeden Fall sind wir mit diesem ganzen Elektronikmüll am Knackpunkt angekommen, warum es moderne Autos kaum schaffen werden, je einen Oldtimerstatus (30 Jahre und älter) zu erreichen.
Bevor wir zum rostigen Thema kommen, noch zwei Tipps zur Mechanik, die viel bringen:

Die Laufleistung von Motoren lässt sich durchaus verlängern.

Natürlich sind die Motoren besser, aber nicht unbedingt haltbarer geworden. Bei verwendeten Materialien, Maßtoleranzen, Dichtigkeiten, Motorölen, Kraftstoffen usw. hat sich einiges getan. Obwohl technisch noch viel mehr möglich wäre. Was aber aus zuvor genannten Gründen nicht erwünscht ist.

Wer mit dem kalten Motor losfährt und ihm sofort Höchstdrehzahlen abverlangt - damals wie heute -  solchen Leuten ist nicht zu helfen. Von denen ist aber nicht die Rede.

Die Reibung der beweglichen Teile im Motor und damit der eher mikroskopisch kleine Abrieb ist eine Sache, die sich im Motoröl sichtbar macht. Die Verbrennungsrückstände - der Kohlenstoff aus Benzin oder Diesel - sorgt für Ablagerungen im gesamten Motorölkreislauf.- nennt man auch Verkokung - und sorgt ebenfalls dafür, dass das Motoröl von ursprünglich klar (bernsteinfarbig) zu eher dunkeltrüb (gräulich) wird.

Wer nur brav seinen Ölwechsel mit Filterwechsel macht, wird aber die Verkokung im Motor nicht los. Im Gegenteil, sie nimmt mit der Laufleistung ständig zu, was u. a. zu Leistungsverlust und höherem Verbrauch führt. Diese Verkokung ist aber ganz einfach weg zu bekommen.

Ich nehme eine "Motorspülung" von  "Liqui Moly" (wegen der einfachen Verfügbarkeit, gibt auch andere Hersteller). Das ist eine 300 ml Dose, die für den kleinen Motor mit 3,5 Ltr. Ölvolumen inkl. Filter ausreicht. (muss prozentual zur Ölmenge dazu gegeben werden). Die Motorspülung wird zum alten Öl im Motor dazu gegeben. Dann lässt man den Motor 15 bis 20 Minuten im Leerlauf laufen. Danach wird das alte Öl abgelassen und der Ölfilter erneuert.

Beim Ablassen des alten Öls, das am Messstab vorher noch eher gräulich aussah, kommt dies nun aber rabenschwarz raus. Also ein eindeutiger Beweis, dass es auch funktioniert und ordentlich Ablagerungen rauskommen.

Danach fülle ich das frische Öl zur Hälfte ein. Gebe noch einen Keramikzusatz dazu (prozentual zur Ölmenge, Ceratec von Liqui Moly) und fülle dann den notwendigen Ölstand auf. Der Zusatz vermindert die Reibung im Motor.

Solche Zusätze gibt es von diversen Herstellern. Aus Freundes- und Familienkreis liegen Erfahrungen mit Mathy vor. Der eine Spezi hat mit seinem 5er BMW (2. Serie) über 1 Million Kilometer auf die erste Maschine gefahren - ohne Probleme. Nur der Rest von der Kiste war schon nach diversen Schweißorgien an Schwellern, Unterboden, Fahrwerksaufhängungen usw. nicht mehr zu retten - aber der Motor lief immer noch einwandfrei.

Auch sollte man die Treibstoffzufuhr (Benzin/Diesel) ab und an reinigen. Beispielsweise können die Einspritzdüsen mit der Zeit durch Ablagerungen (verharzen) langsam zugehen, was zu höherem Benzinverbrauch oder Aussetzern, unrundem Motorlauf oder schlechteren Abgaswerten führen kann. Bei Dieselmotoren sollte man die Partikelfilter reinigen. Beides geht ganz einfach mit entsprechenden Additiven, die man nur - entsprechend der Herstellerangabe - dem Treibstoff zufügen muss.

Wie gesagt: Es gibt diverse Hersteller für Motospülungen und Additiven zur Verringerung der Reibung und zur Reinigung des Treibstoffsystems. Und es funktioniert hervorragend. (Ich gebe hier aber keine Empfehlung für irgendeinen Hersteller.)

Fahrwerksbuchsen

Gummi hat eine begrenzte Lebensdauer. Das gilt nicht nur bei den Reifen. Die Weichmacher schwinden mit der Zeit. Die Gummis werden härter, poröser und brechen bzw. reißen ein. Bei den Fahrwerksbuchsen (Achsaufhängungen, Dreieckslenkern, Stabilisatoren), die allesamt ab Werk in Gummi gelagert sind, kommen dazu noch die erheblichen mechanischen und witterungsbedingten Belastungen. Knarzt es schon vernehmlich beim Einlenken kann man schon darauf tippen, dass die Gummibuchsen am Dreieckslenker "fertig" sind. Spätestens der freundliche Herr vom TÜV wird das finden und auf Erneuerung pochen, da es sons kein "Pickerl" gibt.

Will man sein Fahrzeug tatsächlich bis an´s unvermeidliche Ende fahren, sollte man dann die Gummibuchsen gegen PU-Buchsen (Polyurethanbuchsen, ein spezieller Kunststoff) tauschen. Die halten dann nahezu ewig und  sorgen sogar für ein besseres Fahrverhalten. Das lohnt sich wirklich. Auch dafür gibt es mehrere Hersteller, wie z. B. Powerflex oder Strongflex.

Bei meinem Langzeittest geht es um Rostvermeidung:

Wir haben die Wahl:
Langzeittest: Beginn Mai 2013 - Ende offen ...
Bis dass der TÜV uns - vorzeitig - scheidet           oder          for ever young! Auch nach 65 Jahren noch in
in der Rostlaubenfraktion                                                           "jugendlichem" Glanze strahlen

In den letzten 60 Jahren hat die Autoindustrie durchaus viel unternommen, um dem Rost das Leben schwerer zu machen.

Seit Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre hat der Einsatz von (heute) beidseitig verzinkten Blechen, kathodische Tauchlackierung, wasserlösliche Farblacke mit Klarlackschicht usw. viel dazu beigetragen, dass zumindest die großen Karosserieflächen kaum noch rostanfällig sind. Selbst die hinteren Radläufe rosten kaum noch durch. (eine große Schwachstelle eines deutschen Herstellers noch bis in die 2000er Jahre). Sogar die Falze an Türen und Hauben rosten heute fast kaum noch.  Auch wenn diverse Hersteller (deutsche und ausländische) anfänglich Probleme mit ablösenden Klarlackschichten hatten. Was für die Kunden/Gebrauchtwagenkäufer ärgerlich war. Auch die Rostvorsorge im Bereich Unterboden und Hohlräumen ist erheblich besser geworden - aber immer noch weit hinter dem, was machbar wäre.

Dass der Lack von Garagenautos weniger Zuwendung braucht, als der von Autos ohne Garage, die permanent Sonne und Regen ausgesetzt sind, ist glaube ich klar.  Die normalen Pflegeprodukte von den gängigen Baumarkt- oder Kaufhausmarken sind dafür auch völlig ausreichend. Zumindest für "Normalmenschen", die  ein Auto als Gebrauchsgegenstand ansehen, der aber auch erhalten werden muss.

Nun gibt es aber auch Menschen, denen kann ein Auto nicht sauber und glänzend genug sein und Menschen, die ihr Fahrzeug noch als gepflegten Oldtimer an den Enkel vererben wollen. Die schwören auf "bessere Mittel" von Herstellern, die man nicht im Baumarkt bekommt. Sind solche Mittel oder Pflegeprogramme tatsächlich besser oder nur gut doppelt (oder mehr) so teuer? Das wollte ich auch wissen!

Von drei Herstellern - Petzolds, Meguiar´s, Koch Chemie - hatte ich mich für Meguiar´s entschieden. (Ohne Wertung den anderen beiden gegenüber, denn dazu müsste ich die auch ausprobieren, was ich nicht auch noch will.)

In diesem Zusammenhang wollte ich auch wissen, was es mit der Reinigungsknete oder auch Autoknete auf sich hat. Ob das wirklich so viel mehr Dreck entfernt, als eine Wäsche allein?

Also habe ich einmal so ein Komplettpflegeprogramm mit fünf Arbeitsgängen durchgezogen:

1. Einfache Wagenwäsche ohne Versiegelung, Wachs o. ä.

2. Komplette Karosserie abkneten mit der Reinigungsknete. Dazu wird immer nur ein kleiner Bereich ca. 40x40 cm
    mit Wasser oder Quick Detailer (oben benannter Firma) eingesprüht und dann mit der Reinigungsknete abgear-
    beitet. Handhabung ist meist in der Beilage zur Packung beschrieben oder Filme dazu auf Youtube. Ja, eindeutig,
    man kann kaum glauben, was aus dem Lack eines frisch gewaschenen Autos noch an Dreck rauskommt. Also
    Test positiv.

3. Mit Deep Crystal Paint Cleaner (milder Lackreiniger) ganze Karosse polieren.

4. Mit Deep Crystal Polish (Politur) ganze Karosse polieren.

5. Mit Deep Crystal Carnauba Wax (Wachspolitur) ganze Karosse polieren.

Achtung: Nicht alle Produkte (von allen Herstellern, nicht nur von Meguiar´s) sind sowohl für Hand-, wie für Poliermaschinenpolitur geeignet. Wer mit Poliermaschine arbeiten will, sollte nicht nur die richtige Maschine (stufenlose Drehzahl, Rotations- oder Exzentermaschine) auswählen, sondern auch den Umgang damit lernen - viele Videos von Herstellern und professionellen Anwendern auf Youtube zu finden. Bei Handpolitur auch nur extra Mikrofaserpoliturtücher verwenden - keine alten Unterhemden oder Polierwatte o. ä.

Ergebnis: Mehr als überzeugend! Selbst 17 Jahre alter Lack erhält einen Tiefenglanz (Nassoptik)  wie ein Neuwagen im Schaufenster. Wer den Zeitaufwand und die Arbeit nicht scheut, hat ein Topergebnis - wer´s braucht. Die Haltbarkeit (Dauer) des Schutzes ist ebenfalls erheblich besser.

Wichtig:

Steinschläge und Kratzer an Karosserieteilen aus Metall und Rostbläschen  müssen sofort behandelt werden. Bei Steinschlägen und Kratzern kann man nie genau sehen, ob diese nicht doch bis auf´s Metall durchgegangen sind. Sicherheitshalber füllt man diese mit Lackstift und anschließender Klarlackschicht. Damit Regenwasser oder im Winter Salzwasser gar nicht erst zur Rostbildung kommen. Lackbläschen sind immer Roststellen unter dem Lack. Auch diese sollten gleich geöffnet und bis auf`s blanke Blech geschliffen werden. Anschließend mit guter Rostschutzgrundierung, Lack und Klarlackschicht versehen werden.

Natürlich sieht man diese "Notoperationen" von Laien, denen die Routine eines Profis fehlen, aus der Nähe. Aber sie erfüllen ihren Zweck - die Rostvermeidung. Wer es schön und perfekt will, der geht zum Profi, der sich u. a. auf "Smart Repair" spezialisiert hat. Dann sieht man nichts mehr, wenn es gut gemacht ist.

Den Lack langfristig in einem möglichst passablen Zustand zu erhalten sollte heute kein Problem mehr sein. Ganz anders sieht das beim Unterboden und den Hohlräumen aus.

Durchrostungen an Unterboden und Hohlräumen langfristig hinausschieben bzw. vermeiden:

Bis ca. Ende der 1980er Jahre waren Unterboden- und Hohlraumschutz der blanke Horror für Autobesitzer und eine Experimentierspielwiese für die Hersteller. Die Krönung der Unfähigkeit - ich glaube in den Siebzigern - die Hohlräume auszuschäumen. Mit einer Art Bauschaum, wie er für Türen- und Fensterlaibungen verwendet wird. Der "Bauschaum" hat das Wasser geradezu aufgesaugt, wie es jeder gute Schwamm tut. Der hat es natürlich nur widerwillig abgegeben,  d. h., die Hohlräume konnten fast nie austrocknen - ein Turbolader für Durchrostung.

Mein Langzeittest geht um Unterboden- und Hohlraumschutz, was Achs- bzw. Fahrwerksteile mit einschließt.

Vor Testbeginn war zu klären, welche Produkte zum Einsatz kommen.  Das hängt von der persönlichen Situation und der Einstellung des Fahrzeugbesitzers ab. Wer ein "wertvolleres" Auto lange Zeit schützen möchte und ein gut gefülltes Sparkonto hat, der fährt sein Fahrzeug einfach zu einer TimeMax-Station. Lässt den alten Unterboden-schutz mittels Eisstrahlen entfernen, TimeMax UBS Strong No.1 auftragen und die Hohlräume mit TimeMax 2000 (lösungsmittelfreie Mineralölfette verschiedener Konsistenz) behandeln. Das reicht für sehr, sehr lange Zeit.
https://www.oldtimer-markt.de/www/otm/files/2016/12/oldtimer_markt_rostschutz-test_teil_1.pdf

https://www.oldtimer-markt.de/www/otm/files/2016/12/oldtimer_markt_rostschutz-test_teil_2_1.pdf

https://www.oldtimer-markt.de/www/otm/files/2016/12/oldtimer_markt_rostschutz-test_teil_3.pdf

Test Unterbodenschutz in "Oldtimer Markt" 03/2019

https://timemax.de/verkauf-und-preise/timemax-produkte-2000

https://mike-sander.eu/index.php/de/

http://fluidfilm.de/

Bezugsquellen:

https://rostdoc.de/index.php?k=21

https://www.korrosionsschutz-depot.de/
Gab es in den 60er oder 70er Jahren-Autos ein paar Dutzend Meter Kabel - wenn überhaupt - sind in den heutigen Kilometer an unterschiedlichsten Kabeln an den unmöglichsten Stellen verbastelt. Eine gründliche Restaurierung ist damit wirtschaftlich nicht mehr möglich, es sei denn, man hätte Geld wie Heu.

Denn: Alles ab- und ausbauen bis nur noch die rohe Karosse ohne Fahrwerksteile übrig ist, damit entrostet, entlackt und geschweißt werden kann, um anschließend das ganze "Gerippe" inklusive Hauben und Türen mit einem KTL-Bad vor der Neulackierung zu versehen, ist einfach nicht mehr denkbar bzw. bezahlbar.

Von Ersatzteilen für den ganzen Elektroniknippes braucht man gar nicht erst zu träumen. Fährt man heute mit einer "Kiste", die älter als 10 Jahre ist, zu einer Vertragswerkstatt, wird man schon schief angesehen. Bei noch älteren Fahrzeugen darf man schon froh sein, wenn die überhaupt noch einen Mechaniker haben, der solche "Karren" reparieren kann.

Woher bekommt man denn nun verlässliche Tipps, wenn man ein Fahrzeug länger erhalten möchte?
Nein, natürlich nicht von den Herstellern und auch nicht von Kfz-Werkstätten. Schließlich leben die davon, dass die Karren so schnell wie möglich und so oft wie möglich kaputt gehen und auch möglichst schnell auf dem Schrottplatz landen.

Oldtimerfreunde! Das ist die verlässlichste Quelle. Denn die haben über die Jahrzehnte gnügend Tipps und Tricks ausprobiert und aussortiert. In der Szene gibt es auch genug Informationen rund um Old- und Youngtimer inklusive diverser Monatszeitschriften. "Odtimermarkt" und "Oldtimerpraxis" lese ich regelmäßig und bin dadurch auf viele hervorragende Hilfsmittel aufmerksam geworden.
Da kann man ziemlich sicher davon ausgehen, dass kleine spitze "Geschosse" die Unterbodenschutzschicht bis auf`s blanke Blech durchschlagen. Man sieht es aber nicht und kann es auch nicht mit den Händen ertasten.  Die können aber schon die Auslöser für Rostbefall werden, wenn man nichts macht.

Also Unterbodenwäsche, trocknen lassen, anschließend Auto auf ausgbreitete dickere Plastikfolie schieben  und alle vier Kunststoffschütze aus den Radkästen ausbauen. Die Bremsen natürlich gut "einpacken", damit kein Fett und keine Sprühnebel draufkommen. Gummiteile (Buchsen, Schläuche, Kabel/Stecker usw.) sollte man möglichst nicht mit Fluidfilm einstreichen.

Die 1-Liter-Dose Fluidfilm Permafilm in einen Topf mit kochendem Wasser gestellt und gut umgerührt, macht das fettähnliche Material gut streichfähig. Damit den gesamten Unterboden sowie die ganzen glatten und gut zugänglichen Flächen in den Radhäusern dünn überstreichen. Wo ich mit dem Pinsel nicht higekommen bin - dünne Spalten oder oberhalb vom Tank uw. - ist die Fluidfilm Liquid AS-R Sprühdose zum Einsatz gekommen. 

Nun, da  man ohnehin schon am Boden rumkriechen muß, kann man ja auch gleich die ganzen Fahrwerksteile, wie Hinterachse, Dreieckslenker, Spurstangen, Achsanlenkpunkte usw. auch gleich mit Fluidfilm Liquid A einstreichen. Ebenso die Ölwanne vom Motor und die Bremstrommeln an der Hinterachse (darf nur nichts vom Material ins Innere der Bremse gelangen).

Mit der Fluidfilm Sprühdose (mit Hohlraumdüsenverlängerung) werden dann auch gleich alle Hohlräume am Unterboden, den Achsen, den Quer- und Längsstreben, Stoßfängerbefestigungen usw. ausgesprüht. Ebenso kann man gleich vorsichtig die Wasserablauflöcher in den Türen nutzen um diese im unteren Teil auszusprühen (Fenster müssen aber geschlossen sein). Die Schweller werden jetzt auch gleich ausgesprüht. Ist bei diesem Punto einfach, da werksseitig schon Langlöcher vorhanden sind, die mit entsprechenden Gummistopfen verschlossen sind. (da haben die Ingenieure tatsächlich mal mitgedacht) Die Hohlräume von Heckklappe und Motorhaube werden natürlich auch gleich mit ausgesprüht. Diese Prozedur habe ich nach drei Jahren sicherheitshalber noch einmal wiederholt.
Selbermacher mit nicht so dickem Sparkonto können auch viel tun. Gesegnet ist der Freizeitschrauber mit einer eigenen Hebe-bühne. Habe ich aber leider nicht, wie wohl die Mehrzahl der Autobesitzer. Also müssen Wagenheber und zwei Unterstell-böcke (Sicherheit geht vor) auch genügen.

Die zwei besten Hohlraumversiegelungen, TimeMax und Mike Sanders sind Fette. Diese können nur erhitzt (120 ºC) mit Press-luft in die Hohlräume gesprüht werden. Das hatte ich mir ohne Hebebühne ziemlich schwierig und sehr schmierig vorgestellt. Deswegen hatte ich mich erst einmal für Fluidfilm AS-R Sprüh-dosen plus 60 cm Hohlraumdüse, sowie Fluidfilm Liquid A (gleiches wie in der Sprühdose) in der 1-Literflasche zum Streichen und Fluidfilm Permafilm zum Überstreichen für den Unterboden entschieden. (Fluidfilm Liquid AR auf Fettbasis für die Hohlräume hätte auch auf ca. 45 ºC erwärmt und mittels Druckbecherpistole/Pressluft verarbeitet werden müssen, weshalb ich das erst einmal nicht gemacht hatte.)
Testkandidat 1: ist ein Fiat Grande Punto, 1,4 Liter Benziner, BJ 04/2009, gekauft 05/2013 mit 115000 KM. Kein Rost, keine Durchrostungen, Unterboden augenscheinlich auch in perfektem Zustand. Nur der übliche Flugrost an Achsteilen und Bremstrommeln.  Sollte man heute auch so erwarten können.

Trotzdem, auch wenn es so aussieht, als sei alles in Ordnung, ist vorbeugen besser als schweißen. Unterboden und Fahrwerksteile werden bei jeder Fahrt regelrecht malträtiert mit Staub, Wasser, Salz, Scherben, Kieselsteinen und Rollsplitt im Winter.
Testkandidat 2: ein Fiat Seicento, 1,1 Liter Benziner, BJ 07/1999, gekauft 05/2016 mit 134000 KM, 1 Jahr TÜV. Kein Rost, keine Durchrostungen, an Schwellern und an Unterboden, der augenscheinlich auch in sehr gutem Zustand ist. Der Flugrost an der Hinterachse und den Anlenkpunkten ist allerdings schon eher als Blattrost zu bezeichen.
Gleiche Prozedur wie zuvor bei Testkandidat 1. Allerdings waren mehr Vorarbeiten notwendig. So musste ich erst auf jeder Seite vier 8 mm Löcher in die Schweller bohren. Nach dem Aussprühen mit Fluidfilm habe ich diese mit den passenden Gummistopfen wieder verschlossen.

Den Blattrost an Hinterachse und den Anlenkpunkten musste ich erst mit Schraubenzieher und ähnlichem Werkzeug bis auf festes Metall runterschaben. Dann erst konnte ich Fluidfilm AS-R draufstreichen.

Dies Fluidfilm AS-R unterwandert vorhandenen Rost. Dieser löst sich später ab. Deswegen muss man die Prozedur z. B. nach sechs Monaten wiederholen. Kann man leicht bei Sommer-/Winterreifenwechsel erledigen. Nach einigen Wiederholungen entsteht eine gute, haltbare Beschichtung, die weitere Rostbildung erheblich verzögert.

Ein Jahr nach Kauf ging er problemlos durch den TüV. Zwei Jahre danach wieder problemlos durch den TÜV. Damit hat sich die Mühe absolut gelohnt.

Je früher man ein Auto behandelt, je besser ist das natürlich. Aber es lohnt sich sogar noch bei sehr alten Autos, wenn noch etwas Substanz da ist. Auch, wenn man ein Auto schweißen müsste und es danach mit zuvor genannten Mitteln bearbeitet, kann man es sehr viel länger erhalten.

Da dieses einfach zu verarbeitende Material von Fluidfilm schon so gut funktioniert, hatte ich mir doch noch eine Druckbecherpistole, Heizplatte und das Mike Sanders Hohlraumfett besorgt. Leider kam ich erst im Oktober 2019 dazu mit der Hohlraumversiegelung zu beginnen, was schon zu spät war, da die Aussentemperaturen gerade einmal bei 10 ºC waren. Sollte unbedingt wärmer sein, weil es sich dann leichter verarbeiten lässt.

Dazu mache ich noch einen Nachtrag Ende 2020.

Um die großartige Wirkung von TmeMax, Mike Sanders, Fluidfilm Hohlraumfette usw. Besser zu verstehen, empfehle ich die Lanzeittests von OldtimerMarkt zu lesen. Nachfolgend die Links dazu.

Fazit: Die Arbeit lohnt sich und die Mittel sind ihr Geld wert.